N³ arbeitet gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten an einer Strategie für einen besseren Schutz unserer Böden. Auftraggeber ist das Umweltbundesamt. Der Boden hat in der Öffentlichkeit – zu Unrecht – nicht den Stellenwert von Klima oder Wasser. Wir leben auf dem Boden und wir leben von unseren Böden. Der Boden soll weiterhin genügend Nahrung produzieren, als Wasserspeicher und Filter für Schadstoffe dienen, Laub zu Humus verarbeiteen – dies alles kann der Bodne nur mit einem intakten Bodenleben. Die Biodiversität unserer Böden ist erstaunlich vielfältig. Ohne die Vielfalt der Bodenlebewesen geht nichts!

Bodenschutz und Naturschutz gemeinsam voranbringen!

Anlässlich des 250. Geburtstags des genialen Naturforschers Alexander von Humboldt haben wir für die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) die Fachtagung „Mit Alexander von Humboldt den Boden neu entdecken“ in Berlin durchgeführt. Die Vorträge der Fachtagung finden Sie auf der entsprechenden Seite des UBA. In der Folge der Tagung haben zahlreiche Verbände gemeinsam mit der KBU Forderungen zum Schutz der Lebewesen im Boden veröffentlicht. Wir überleben nur mit  und auf einem gesunden Boden!

Bodenmarkt und Kapital – ein schwieriges Verhältnis

Der Bodenmarkt ist erheblich in Bewegung – das gilt auch für landwirtschaftlich genutzte Böden. Dazu hat die KBU im Oktober 2019 ein Positionspapier herausgegeben, an dessen Erstellung unser Projektteam mitwirken konnte. Die KBU fordert die Korrektur von drei gravierenden Fehlentwicklungen:

  1. Europäische Subventionen müssen die Verbesserung der natürlichen Funktionen des Bodens im Blick haben. Der Boden ist Träger von Humus – nicht nur wichtig für die Fruchtbarkeit, sondern auch als Speicher von Kohlendioxid. Der Boden speichert Wasser und hilft, lange Trockenheit wie Starkregen zu puffern. Der Boden ist Heimat von Milliarden von Lebewesen. Noch fokussiert die gemeinsame europäische Agrarpolitik zu sehr auf die bewirtschaftete Fläche. Die laufenden Beratungen in der EU müssen den Schutz des Bodens und seiner Funktionen in den Mittelpunkt stellen. Dies gilt ebenso für die dann folgende Umsetzung in Deutschland.
  2. Das Bodenrecht muss sich stärker am Gemeinwohl orientieren. Bodenspekulation im aktuellen Ausmaß muss bekämpft werden.
  3. Der landwirtschaftliche Bodenmarkt muss so ausgerichtet werden, dass ortsansässige Landwirte Priorität haben. Dazu müssen Lücken im Grundstücksverkehrsrecht geschlossen werden

Lesen Sie mehr zu Ursachen und Entwicklungen im aktuellen Positionspapier „Bodenmarkt und Kapital“ der KBU!

Partner bei diesem interessanten Projekt sind Dr. Wilhelm König, Dr. Norbert Feldwisch (Ingenieurbüro Feldwisch), Rechtsanwalt Arne Friege (Bergerhoff Rechtsanwälte) und Svenjy Jürgens sowie David Obladen (Akademie Dr. Obladen).