Welche Metalle lassen sich in welchen Mengen heute und in Zukunft in einer Stadt gewinnen? Das ist die Voraussetzung für  „Urban Mining“: Wir müssen wissen, welche Ressourcen in Haushalten, in Gebäuden oder in der Infrastruktur vorhanden sind. Nur dann haben wir die Möglichkeit, diese Ressourcen nach Ende ihrer Nutzung der Wirtschaft wieder zur Verfügung zu stellen. Ziel des „Urban Mining“ ist also der Ersatz von primären Rohstoffen. Damit spart man nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern meist auch Energie. Vor allem bei der Gewinnung der Rohstoffe lassen sich so Treibhausgase vermeiden.

N³ erarbeitete gemeinsam mit Partnern (INZIN, PROGNOS und TBF Ingenieure)  das Potenzial an Metallen, das in der Beethoven-Stadt Bonn durch „Urban Mining“ gehoben werden kann. Besonderes Interesse galt den „Critical Raw Materials“: Dies sind Rohstoffe bzw. Metalle, die nicht in Europa gewonnen werden, aber für unsere Zukunft von enormer Bedeutung sind. Beispiele: Cobalt und Lithium für Hochenergie-Batterien, Neodym für hocheffiziente Magneten, Gallium und Tellur für die Solarenergie.

Damit lässt sich eine Ressourcenstrategie für die Bundesstadt Bonn ableiten. Das Projekts umfasste u.a.

– eine Erhebung der Rohstoffpotenziale im Stadtgebiet,

– ein Handlungskonzept für die Weiterentwicklung der Sammlung von Elektroaltgeräten und Batterien und

– Beiträge der Abfallwirtschaft zur Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn.

N³ untersuchte auch die rechtlichen Möglichkeiten, die Bonn im Rahmen von Baugenehmigungen, als Umweltbehörde oder als öffentlich-rechtlcher Entsorgungsträger hat, um Ressourcenschutz voran zu treiben.

Henning Friege wird die Ergebnisse der Studie beim ISWA World Congress 2019 in Bilbao vorstellen. Zur Veröffentlichung in „Müll und Abfall“ geht es hier.

Foto-Nachweis: Beethoven vor Postamt Bonn, Quelle: Presseamt Stadt Bonn